KTM, oder: "Kana Trautsi Mitfoahn"

– Die Motorräder von KTM sind überall dort, wo es abartig schnell oder unbequem rau wird. Wo die Maschine seinen Reiter in Geschwindigkeitsbereiche katapultiert, die keine Zeit mehr zum Nachdenken lassen, sondern schnelle Reflexe erfordern. Und genau so sehen die Geräte aus – ganz nach dem Motto: "READY TO RACE"! (Anm.: Der Blogpost erschien erstmalig am 14.5.2017 auf Smarkeding.)

Eine österreichische Traditionsmarke auf Welteroberungskurs – das klingt nach OMV, Palfinger, Red Bull oder Swarovski, unbedingt auch nach: KTM (kurz für: Kronreif, Trunkenpolz, Mattighofen – oder wie Klaus formuliert: "Kana Trautsi Mitfoan"!). Der Motorradhersteller aus Oberösterreich hat viele Höhen und Tiefen erlebt und ist nach wechselvoller Geschichte Europas größter Bike-Produzent. Die Produkte der KTM GROUP konnten bereits 16 Rallye-Dakar-Siege erringen und mehr als 270 Weltmeistertitel einheimsen. Durch die Erfolge in der Moto3-WM und den Einstieg in die MotoGP in der Saison 2017 hat sich KTM auch als feste Größe im Straßenbereich etabliert.

Scharfes Design

Seit Gerald Kiska mit seinem Designstudio für die scharfe Zeichnung der KTM-Bikes verantwortlich ist, sind Farben und Design so wie die Motorräder: Aaaarrrg! Sogar die kleine 390 DUKE wirkt schon im Stand schnell, man würde ihr die Fahrleistungen der größeren Geschwister ohne weiteres zutrauen. KTM hat mit Husqvarna Motorcycles nun auch eine Traditionsmarke mit 113 Jahren Geschichte im Portfolio, und bietet damit beste Voraussetzungen für einen spannenden Markentag des Brand Club Austria (BCA) bei KTM.

Schon im Stand schnell: die KTM Duke macht Freude

1000 Bikes pro Tag

Wir sind etwa 30 TeilnehmerInnen des Markentages und starten gleich mit einem Rundgang durch die Produktion. Auf vier identen Fertigungslinien mit jeweils 17 Stationen bauen je 36 Mitarbeiter die Motorräder zusammen – in nur 50 Minuten ist ein Bike fertig (je nach Modell)! Wenn es sein muss, verlassen an einem Tag gar 1000 KTM-Bikes die Produktionshalle. Dabei besteht so ein Motorrad aus bis zu 800 Einzelteilen! Detail am Rande: alle Laufräder werden gleich nebenan selbst montiert und zentriert. So kann die Qualität dieses wichtigen Bauteils gewährleistet werden.

KTM beschäftigt knapp 3000 MitarbeiterInnen weltweit, 2500 davon in Österreich. Alle Modelle werden in Mattighofen produziert, außer der kleinen Kubaturen der RC und Dukes, welche beim Partner Bajaj in Indien gefertigt werden.

Auf der Montagelinie entsteht alle 50 Minuten eine neue KTM

Beeindruckende Zahlen

KTM hat eine wechselvolle Geschichte: 1992 beschäftigte das Unternehmen knapp 200 Mitarbeiter und verkaufte nicht einmal 6000 Motorräder. Seither geht es (mit einer deutlichen Delle während der Finanzkrise 2008/09) stetig bergan, 2016 verkaufte die KTM GROUP erstmals mehr als 200.000 Bikes weltweit – pro Jahr! Zu der Hauptmarke KTM gesellt sich X-Bow (das KTM-Auto) und (seit 2013) die schwedische Traditionsmarke Husqvarna Motorcycles. Hubert Trunkenpolz, CSO des Unternehmens, nennt die drei Säulen, auf denen der Erfolg basiert: Brands, Globalization und Innovation. Das ambitionierte Ziel für 2020: die Marke von 300.000 verkauften Motorrädern pro Jahr zu knacken. Auch aus dieser Ambition spricht der markeneigene Siegeswille sehr deutlich.

Hubert Trunkenpolz ist bei KTM Vorstand für Vertrieb

KTM vs. Husqvarna

Eine der drei Säulen zum Erfolg ist spürbar die Marke "KTM". Die Renngene aus dem Motocross-Sport sind sukzessive und erfolgreich auf Enduro-, Touren- und Straßenmotorräder übertragen worden. Man möchte in jedem Bereich der Beste, ja der Schnellste sein, als Erster durchs Ziel gehen. Die Marke will als sportlich, puristisch, extrem und scharf wahrgenommen werden – wir sind hier alle einer Meinung: Mission accomplished! Einen wesentlichen Anteil an dieser Zuspitzung hat, neben der leistungsfähigen Hardware, das herausragende Design aus dem Hause Kiska.

Raphael Pleschounig verdeutlicht dies in seinem Vortrag, wenn er die Unterschiede zwischen KTM und Husqvarna herausarbeitet: Wie verschieden sind die Markenwelten, also Farben, Typografie, Merkmale – bis hin zu den Gefühlen, die mit der Marke verbunden werden, oder Persönlichkeiten, die für die Marke stehen. Die Bikes von Husqvarna definieren sich etwas entspannter und subtiler als die aggressiven Rennhobeln von KTM, wenngleich mit hochwertigen und leistungsfähigen Komponenten ausgestattet.

"Von innen heraus wachsen"

Wir sehen schon: es ist komplex, eine Marke in ihren Werten und Codes zu definieren. Eine echte Herausforderung muss es jedoch sein, weltweit 3000 MitarbeiterInnen in 25 Ländern damit vertraut zu machen. Caroline Ablinger sieht sich dieser Aufgabe mit der KTM Brand Academy gewachsen, denn: "Starke Marken wachsen von innen heraus!" Bis zu 30 Workshops pro Jahr finden statt, mit Händlern, Vertriebs- und Marketingteams. Und es scheint zu gelingen: die MitarbeiterInnen leben die Markenwerte während der Arbeit, aber auch in Firmenveranstaltungen und außerhalb der Werkshallen, in gemeinsamen Motorradausflügen auf den Racetracks oder bei Motocrossrennen.

Charlotte Hager von Comrecon über KTMs Design und Marke

Ready to Race!

So, genug der Theorie, die Praxis – und damit das Beste kommt wie immer zum Schluss: Auf der hauseigenen Teststrecke in Munderfing stehen E-Crossbikes, sogenannte KTM FREERIDE E-SX, zum Testen zur Verfügung. Wer will, kann ein paar Runden durch Dreck und Gatsch, über Sprungkuppen und Wellpisten, durch Steilkurven und Wasserlatschen drehen. Nach einer kurzen Einweisung drehe ich am – ähh, Powergriff, und los geht's!

Nach einigen Runden sind wir alle einer Meinung: Besser als in dieser Form hätte man Theorie, Vorträge und Diskussionen über den Kern der Marke KTM nicht auf den Punkt bringen können!

Ein anderer Markentag des BCA fand in der Tabakfabrik Linz statt.

Fotos: Franz Hölzl

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